Das Leben eines unschuldig verurteilten

9965 Artikel

Das Leben eines unschuldig verurteilten

25. Juni 2021 Allgemein 0

Wir haben einen Menschen kennengelernt mit echtem Unschuldsbeweis. Dieser verrichtet derzeit Strafarbeiten. Dem Mann wurde wirklich ein Teil einer Unfallskizze abgeschnitten. Damit sie in die Verurteilung passt. Und einige Menschen wissen davon.

Es ist nicht wie im Film

Im Film, oder in Fernsehserien, ist derjenige aus einem Kriminalvorwurf raus, wenn er beweisen kann, dass er es nicht getan hat, was ihm vorgeworfen wird.

Dass es keinem interessiert

In der Wirklichkeit soll man seine Verurteilung akzeptieren. Und die Strafarbeit verrichten. Da ist die Arbeitsstätte, in der die Strafarbeit abgeleistet werden soll, die man tagtäglich, in einem Zeitraum von mehreren Monaten betritt und verlässt. Sie ist besser als die, stets androhende, Haftanstalt, die wie ein Damoklesschwert über einen kreist.

Die Arbeit ist so wirklich „scheißschwer“

Man geht jeden Tag mit Schweiß, ein paar Kratzern, brennenden Füßen und Durst, den man immer am Tag löscht.

„Dann bist du wenigstens an der harten Arbeit“

Am besten noch „du faule Sau“ nachschreien. Hat unser Gesprächspartner auch gehört. Es ist aber der falsche Weg. Von einer Unfallskizze, im Gutachten, ein Stück abschneiden, damit der Gesprächspartner schuldig aussieht, damit dieser eine Zeit lang hart arbeitet, dürfte in Deutschland eigentlich nicht stattfinden.

Außerdem war dies ab 1933 eine Rechtfertigung für Arbeitslager im Nazi Deutschland. Juden, die in der Nazi-Propaganda als faul galten, sollten in Arbeitslagern „nicht faule“ Arbeiten für die „Herrenrasse“ verrichten. Einfach, weil man sie für faul hielt, weil dies die Nazi Propaganda behauptete.

Mit sowas darf Unrecht nie wieder gerechtfertigt werden

Die Politik

Unser Gesprächspartner war in einem stetigen Briefedialog mit dem niedersächsischem Justizministerium. Die erweiterte Skizze, entgegen der abgekürzten Skizze aus dem Rekonstruktionsgutachten, wurde dem niedersächsischem Justizministerium zugesendet.

Danach gab es eine Prüfung. Die Prüfung ergab, dass die Verurteilung gerechtfertigt sei. Die Prüfung darf man nicht einsehen. Akteneinsicht wird verweigert.

Man will den Politikern, die ihren Job damit erhalten, dass sie gewählt werden, nicht bestrafen. Jedoch geben die Menschen den Politikern ihre Arbeit im „Bürgervertrauen“.

„Bürgervertrauen“ spürt man, wenn verurteilt wurde wegen Falschaussage und wenn man beweisen kann, dass die Aussage korrekt war, immer weniger. Besonders, wenn die Strafarbeit den Tag sehr sehr sehr sehr sehr lang macht.

Scroll Up