Sugar Babes: Wir lassen uns von reichen Männern aushalten – so ist unser Leben

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Sugar Babes: Wir lassen uns von reichen Männern aushalten – so ist unser Leben

16. April 2018 Beziehung Dating frauen_de frauen-de instagram Liebe & Sex Lifestyle prostitution youtube 0

Es ist die Zeit der Sugar Babes. 

Es wird immer offener und ehrlicher über Sugar-Dating Seiten gesprochen – einige Menschen teilen ihre Erfahrungen damit sogar auf YouTube und anderen Social-Media Plattformen.

Für diejenigen, die mit dem Begriffen nichts anfangen können: Sugar Daddies oder Sugar Mamas zahlen für Dates und oft auch für Sex mit jüngeren Frauen oder Männern, die Sugar Babes genannt werden. Das Ganze nennt sich dann Sugaring.

Sugaring ist so normal geworden, dass es sogar regelmäßige Treffen gibt, bei denen sich ehemalige und aktuelle Sugar Babes treffen und sich über Themen wie Sexualität, Beziehungstipps und Unternehmensgründung austauschen.


Ich war schon immer von der Welt fasziniert

Um zu erfahren, wie es ist ein Sugar Babe zu sein, haben wir uns mit zwei Menschen getroffen, die das gerade machen – und ihre Erfahrungen auf ihren YouTube-Kanälen mit tausenden Followern teilen: dem 18-jährigen Kaeden Harveland aus Seattle und der 20-jährigen Nordirin “Miss Sugar”, die ein Pseudonym nutzt, um ihre Privatsphäre zu schützen.

Wie seid ihr zum Sugaring gekommen?

Kaeden Harveland: Wahrscheinlich bin ich deswegen ein Sugar Babe geworden, weil ich über die Dating-App Grindr gefragt wurde, ob ich Menschen gegen Bezahlung daten würde. Ich mache das jetzt schon seit zwei Jahren. 

Aber mit Social-Media und Sugar Daddies kann ich ganz gut leben von der Bezahlung, die ich bekomme. Irgendwann möchte ich modeln und vielleicht auch Schauspielerin werden.

Miss Sugar: Letzten Sommer habe ich einen Mann auf Ibiza kennengelernt und wir schrieben uns hin und her. Einige Wochen später fragte er mich, ob ich daran interessiert sei, ein Sugar Babe zu sein. Da ich meinen Fabrik-Job nicht wirklich mochte und das Geld gebrauchen konnte, beschloss ich, auf ein paar Dates mit ihm zu gehen. Außerdem war ich schon immer von der Sugar Babe-Welt fasziniert.

Und es war eine gute Erfahrung. Ich liebte es, dass ich an einem Tag das gleiche verdienen konnte, was ich in meinem alten Job in einer Woche verdient habe. Unser Arrangement ist vorbei, aber ich mache immer noch Sugaring und genieße es mehr denn je. Ich nutze die App “Seeking Arrangement”, die Sugar Daddys und Sugar Babes zusammenbringt. Ich habe es damit geschafft, meine Kreditkarte abzubezahlen und konnte sogar meinen Job in der Fabrik kündigen. Und ich habe inzwischen auch sehr viel Freizeit.

Wie viel verdient ihr in einem durchschnittlichen Monat vom Sugaring?

Kaeden: Irgendwas zwischen 2000 und 5000 Dollar in einem Monat würde ich sagen.

Miss Sugar: Ich verdiene etwa zwischen 3500 und 4000 Dollar im Monat.

Wie entscheidet ihr, wen ihr im echten Leben treffen wollt? Woher wisst ihr, ob ein Klient wirklich Geld hat?

Miss Sugar: “Seeking Arrangement” bietet die Option, dass Daddys sich überprüfen lassen können und dadurch einen “Diamanten-Status” bekommen. Das heißt, dass sie ihr Einkommen angeben, um verifiziert zu werden. Dadurch ist es einfach zu sehen, wie viel jemand wirklich verdient – aber normalerweise erkennt man nach einem Gespräch und daran, wie viel sie zahlen wollen, wie reich sie wirklich sind.  

Kaeden: Bevor ich mich mit jemandem treffe, mache ich mir erst ein Bild von der Person. Ich frage nicht einfach nur nach dem Geld und treffe mich dann am gleichen Tag. Ich möchte wissen, was die Hobbys sind, welchen Beruf er hat und wie seine Persönlichkeit ist. Und Sugar Daddys schmeißen dir auch nicht das Geld in den Schoß – die meisten sind bescheiden und halten das ganze lieber bedeckt.

Was sind die größten Vorurteile über Sugar Babys?

Kaeden: Menschen sehen uns als Prostituierte, aber das stimmt nicht wirklich. Ich hatte noch nie eine sexuelle Beziehung mit einem Sugar Daddy. Das höchste was ich je gemacht habe, ist eine Umarmung – aber das liegt daran, dass ich Umarmungen mag.

“Sugaring ist mehr eine Beziehung als eine Transaktion”

Ich liebe jeden. Um ehrlich zu sein, die meisten Klienten erwarten Sex, aber ich sage klar, dass ich das nicht möchte. Wenn sie damit unzufrieden sind, suche ich jemand anderen. Ich habe schon tausende Dollar abgelehnt, um meine Prinzipien nicht zu verraten. Du musst die Sugar Daddys soweit bekommen, dass sie für dich arbeiten, nicht du für sie – das ist der Schlüssel. Du bist der Boss.

Man könnte uns auch als faul betrachten. Aber ich sehe das so: Wenn ich 500 Dollar für ein Date bekomme, warum nicht?

Miss Sugar: Die Sache mit der Prostitution ist das größte Missverständnis. Ich verstehe, woher diese Annahme kommt, aber ein Sugar Babe zu haben ist mehr eine Beziehung als eine Transaktion. Das Sugar Babe wird auf Dates ausgeführt und verwöhnt. Es ist eher eine Partnerschafts-Erfahrung als alles andere. Aber eben auch mit gewissen Extraleistungen. Normalerweise ist die Beziehung ohne Verpflichtungen.

Einige dieser gegenseitig vorteilhaften Beziehungen beinhalten nicht mal Sex – sie sind eher Mentoring und finanzielle Unterstützung im Austausch gegen Gesellschaft.

Ich bin zum Beispiel auf ein Date mit einem meiner ältesten Sugar Daddys gegangen, der mich letztendlich einige Tage später zu seiner persönlichen Assistentin gemacht hat – und in dieser Beziehung gab es keinen Sex.

Beschreibt doch einmal einen klassischen Klienten.

Kaeden: Die meisten meiner Sugar Daddys sind Single oder verheiratet und bisexuell oder einfach nur verwirrt. Für den Großteil ist das Sugaring noch neu. Ich glaube auch, dass sie denken, dass das Geld, das sie mir geben, ein Weg ist, ihre Sexualität zu finden.

Aber einige von ihnen sind einfach nur einsam und brauchen Gesellschaft. Ich kann das verstehen, besonders die, die viel reisen und viel Geld haben – die möchten dann einfach jemanden haben, der sie begleitet.

“Wenn es gut läuft, gehen wir ins Hotel”

Miss Sugar: Normalerweise sind diese Männer ziemlich beschäftigt und reisen viel, also haben sie keine Zeit für traditionelle Beziehungen. Sugar Babes sind Frauen, die ihren Lifestyle verstehen, meistens jünger sind und oft bereit sind, mit ihnen zu Reisen, somit fühlen sie sich auch weniger alleine. Viele sind verheiratet aber ich versuche, mich nur mit den Singles zu treffen, auch wenn die verheirateten Männer meist mehr Geld geben.

Und wie sieht ein durchschnittliches Date aus?

Miss Sugar:  Ein typisches Date wäre Dinner und Drinks mit Kerzenschein. Der Sugar Daddy gibt mir das festgelegte Geld. Wir reden und essen und trinken – und wenn es gut läuft, gehen wir in ein Hotel.

Kaeden: Für mich ist jedes Date anders. Es kann zwischen Dinner, Spaziergängen oder einem Skype-Gespräch variieren.  

Bekommt ihr Geschenke?

Kaeden: Ich habe schon alles möglich geschenkt bekommen – von einer 15.000 Dollar-Uhr bis zu Kleidung oder Apple-Produkten.

Miss Sugar: Wenn es um Geschenke geht, suche ich mir lieber selbst was aus, darum frage ich lieber nach Geld. Aber ich denke, ein Gratis-Trip nach Rom könnte als Geschenk zählen, oder?

Wie viele Sugar-Baby-“Beziehungen” hattet ihr schon? Und wie lange halten diese normalerweise?

Kaeden: Ich weiß die genaue Anzahl nicht, aber definitiv zwischen 30 und 50.

Einige Sugar-Baby-Beziehungen können ein paar Monate halten oder auch Jahre. Andere sind wiederum nur eine Verabredung. Die meisten Männer kommen aus dem Ausland oder reisen viel. Wenn sie dann in meine Stadt kommen, sehen wir uns ein- bis zweimal.

Ich hatte aber auch schon welche, die Monate anhielten, wenn die Männer in der gleichen Gegend gelebt haben und einfach denken, dass ich die tollste Person bin, die sie je getroffen haben. Sie bezahlen mich dann dafür, dass ich einfach bei ihnen bin. Das Aussehen ist wichtig. Sie fühlen sich wichtiger, wenn sie Zeit mit einer “schönen” Person verbringen.

Miss Sugar:  Ich hatte sechs richtige Langzeit-Daddys.

Die Länge der Beziehungen variiert. Manchmal ist es nur ein Date, für das die Männer bezahlen, wenn sie gerade in der Stadt sind. Andere halten für ein paar Wochen. Die längste war bisher vier Monate.

Woher wisst ihr, dass ihr sicher seid, wenn ihr euch mit einem Mann verabredet?

Kaeden: Ich habe immer Pfefferspray und einen Taser bei mir, damit ich mich verteidigen kann, falls etwas passieren sollte. Ich musste aber noch nichts davon benutzen, denn ich wähle eigentlich immer sehr sorgfältig aus.

“Meine Freunde unterstützen mich”

Miss Sugar: Ich schicke einem Freund immer den Ort und den echten Namen des Sugar Daddys, bevor ich zu den Dates gehe. Außerdem schicke ich immer ein Update meines Standortes über Facebook an meine Freunde – das sage ich auch dem Sugar Daddy, um zu sehen, wie er darauf reagiert. Es sollte ihm nichts ausmachen, wenn er mir nichts antun möchte. Außerdem vertraue ich sehr stark meinem Bauchgefühl.

Unterstützen euch eure Familien und Freunde?

Miss Sugar: Ich habe fantastische Freunde, die mich immer unterstützen und immer wieder nachfragen, wenn ich ein Sugar-Daddy-Date habe. Einige machen auch das gleiche wie ich.

Kaeden: Ich habe viele tolle Freunde um mich und eine liebende Familie, ich werde von allen Seiten unterstützt. Einige Freunde waren sogar so inspiriert von mir, dass sie auch Sugaring ausprobieren. Ich bekomme immer wieder Nachrichten, weil sie Tipps von mir wollen.

Wart ihr je in einer tatsächlichen Beziehung während dem Sugaring? Wenn ja, was hat euer Partner darüber gedacht?

Kaeden: Ich hatte einen festen Freund, der wusste, dass ich Sugar Daddys habe. Er hatte ebenfalls welche, also konnte er nicht wirklich schlecht darüber denken. Solange mein Partner keine sexuelle Beziehung mit ihnen hat, ist das für mich okay, andersrum sollte es genauso sein.

Miss Sugar: Nein, ich hatte noch nie einen festen Freund.

Was war die merkwürdigste Erfahrung, die ihr bisher hattet?

Miss Sugar: Ein Sugar Daddy hat sich total betrunken und rannte aus dem Hotelzimmer, nackt, während ich schlief. Die Angestellten fanden ihn so. Ich habe mich so geschämt, als sie mich mit einem lauten Klopfen weckten, um ihn zurückzubringen.

Kaeden: Wahrscheinlich das Date mit einer Sugar Mommy – das war auf jeden Fall etwas ganz neues für uns beide. Letztendlich hatten wir aber eine schöne Zeit und sie wurde nicht nur meine Sugar Mommy sondern auch eine gute Freundin.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei Huffington Post US und wurde von Martina Zink aus dem Englischen übersetzt.



Source: HuffPost

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