Was die Bild-Zeitung aus tausenden toten Palästinensern macht

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Was die Bild-Zeitung aus tausenden toten Palästinensern macht

14. Mai 2021 Allgemein 0

Die Bild-Zeitung geht in die Offensive wie nie zuvor. Und zwar in einem Thema, welches, gerade in Deutschland, eine hohe Diskussionskraft entwickelt. Und das, obwohl wir eigentlich, vom Schauplatz, weit weg sind.
Die Bild im Palästina Konflikt
In der Nachmittagszeit „informiert“ Bild Online im Stundentakt. Die Schlagzeilen lassen einen Überschriftenleser schon mal panisch im Kreis laufen.


„MEHR ALS 250 VERLETZTE AN ZWEI TAGEN
Schwere Zusammenstöße
in Ost-Jerusalem“
Terror gegen Israels Zivilbevölkerung!

VORGESCHOBENER GRUND FÜR DIE ANGRIFFE GEGEN ISRAEL
Ein Streit um wenige Häuser entflammt den Hamas-Terror

Anti-Israel-Propaganda der Promis

So lockte Israels Armee die Terroristen in die Tunnel-Falle

Die Bild erklärt keinen Unterschied zwischen Hamas und Palästinensern

„Die Terroristen“ wird nicht separiert oder erklärt. Bild lässt die Suggestion offen, dass es sich bei den Palästinensern schlichtweg um Terroristen handelt.

Palästina ist ein Staat und Palästinenser sind ein Volk

Von den 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben 138 (72 %) den Staat Palästina als unabhängigen Staat anerkannt. Der Staat Palästina hat den Status eines Beobachterstaats bei den Vereinten Nationen (Danach hat die UN aber mehr weggesehen als beobachtet). Die Vereinten Nationen hätten beobachten müssen, wie Palästinenser Trinkwasser rationieren, während sich in Israel Swimming Pools füllten.

Durch den Beobachterstatus hat der Staat Palästina ein Völkerrecht, welches dem Israels gleichbedeutend ist.
Die Palästinenser haben auch einen vollen Zugang zum internationalen Strafgerichtshof.
Die Abstimmung fand 2012 im Hauptgebäude der UNO in New York statt. Deutschland enthielt sich. Die USA hat gegen die Anerkennung votiert. Genau so wie Israel, die es bis heute nicht anerkennen.


Die Bild-Zeitung hat unkommentiert die Suggestion stehen lassen, dass ein Volk (die Palästinenser) Israel terrorisieren würden. Und wo man nicht mehr Palästinenser sagen kann, weil die Bild-Zeitung dann offen den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt, setzt sie einfach „Hamas“ ein, als würde es gleichbedeutend für Palästinenser stehen.

„Die Terroristen“

Tote Palästinenser bejubeln und Angriffe auf den Gaza relativieren.
Israelische Bodentruppen griffen Ziele im Gazastreifen an. Die Waffen, durch die kein Soldat das Gaza Territorium betreten musste und trotzdem hunderte Menschen starben, kamen von „Profis“. Sie kamen aus Deutschland.
In Deutschland werden die Waffenverkäufe nach Israel verteidigt mit geschichtlicher Verantwortung den Juden gegenüber.

Israel ist kein „Glaubensstaat“

Erstes Problem bei der „geschichtlichen Verantwortung“ (die wir tatsächlich haben) im Bezug auf „Waffenverkäufe an Israel „(bei welchen wir keine geschichtliche Verantwortung haben) ist es, dass Israel eine strikte Trennung von Staat und Religion hat.

Zweites Problem ist, dass Israel seit Jahren der Angreifer ist, und nicht der Verteidiger. Israel enteignet Palästinenser und hält ihnen seit Jahren ärztliche Versorgung und Trinkwasservorräte zurück. Zuletzt hatte beispielsweise Israels Minister Amir Ohana öffentlich angekündigt, palästinensische Häftlinge nicht gegen Corona impfen zu wollen. Zu einer Zeit, in der sich Israel mit ihrer Impfstrategie feiern ließ.

Wie die Bild-Zeitung Angriffe im Gaza feiert

Die Bild-Zeitung feiert die israelische Armee für die Tötung von Palästinensern und lässt im Artikel das Schicksal der Palästinenser (Tote, Verletzte und Verstümmelte) einfach weg, obwohl die Zahlen der toten Palästinenser um ein vielfaches höher sind, als die der toten Israelis.

Die Bild-Zeitung berichtete über die freudig frohen israelischen Soldaten, die über einen ‚militärischen Erfolg‘ gegen die Hamas berichten konnten. Die Soldaten konnten praktisch gar nicht sehen, wer da eigentlich getroffen wurde. Trotzdem wurde es vermieden hier „stolz“ auf tote Palästinenser zu sein. Hinterfragt, wie sich die israelischen Soldaten denn nun sicher sein können, dass hier „Hamas Terroristen“ im Tunnelsystem getötet wurden, und nicht etwa palästinensische Zivilisten, die in der „Stadt unter der Stadt“ leben, wurde nicht.


Israel konnte sich, auf deren Seite, auf ein amerikanisches Raketenabwehrsystem verlassen, welches die meisten Hamas Raketen abschoss, als diese noch in der Luft waren. Die Palästinenser haben nichts in dieser Richtung. Die Bild-Zeitung spricht trotzdem von „Raketen Terror gegen Israel“.

Und wer die Palästinenser bejubelt

Zunächst einmal haben die Palästinenser nicht viel zu bejubeln. Bild spricht „Ein Streit um wenige Häuser“. In den letzten 20 Jahren geht es um etwa 40000 Palästinenser, die Enteignungen im Westjordanland oder nah der Stadt Jerusalem beklagen. 2005 wurden 25 Siedlungen, mit Tausenden Einwohnern, auf einmal enteignet.
Doch die Bild-Zeitung schreibt auch über „Palästinenser“, die inzwischen in Deutschland wohnen. Die Bild-Zeitung schreibt von einem Auto-Korso eines palästinensischen Vereins in Hamburg. Die Veranstaltung war angemeldet. Die Polizei meldete keine Vorkommnisse. Also fragt die Bild bei der Hamburger AfD Fraktion nach, was aus deren „Kleine schriftliche Anfrage“ herauskam. Aber schön, dass die Bild-Zeitung Tag für Tag mehr ihre politische Haltung offenbart. Aber nur kann man letztendlich noch letztendlich anfügen, dass in Hamburg dort die „Hamas“ demonstrierte.

So ganz nach dem Motto „Wenn Stadt und Polizei sagen, dass es keine Probleme gab, fragen wir die AfD. Die haben immer was gegen Araber in Deutschland auf der Pfanne.“

Die übelste Hetze der Bild-Zeitung kommt zuletzt

Am ekelhaftesten ist hier das Draufpreschen der Bild-Zeitung auf Greta Thunberg, die einen Artikel teilte, welcher eigentlich nur über Tote auf palästinensischer Seite schrieb, die teilweise durch deutsche und amerikanische Waffen verursacht werden. Die Bild-Zeitung beschwerte sich zuerst, dass israelische Opfer von Thunberg nicht erwähnt wurden und rückte Thunberg dann in Richtung von Israelhassern. Julian Reichelt selbst warf Thunberg vor, wie würde Israel boykottieren, delegitimieren und am Ende beseitigen wollen. Greta Thunberg hat so etwas nie gesagt.

Das hier ist kein antijüdischer Beitrag

Denn, wie gesagt, trennt Israel Staat und Glauben und ist keine jüdische Staatsreligion. Außerdem kämpfen dort teilweise enge Familienmitglieder im Streit Israel/Palästina gegeneinander (weil einige so tun, als wäre dies hier ein „Wir gegen Die“ wie in Independence Day). Beide Völker sprechen auch die selbe Sprache, was bedeutet, dass es hier nicht um Antisemitismus gehen kann.

Falls hier jemand am Titel des Artikels meckert, Schätzungen gehen von 14.500 Toten Palästinensern zwischen 1948 und 2009 aus

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