Neubauer vs. Maaßen: Antisemitismus kann auch gegen Islam gerichtet sein

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Neubauer vs. Maaßen: Antisemitismus kann auch gegen Islam gerichtet sein

10. Mai 2021 Allgemein 0

Gestern Abend war die „Fridays for Future“ Aktivistin Luisa Neubauer und der CDU Vorsitzende Armin Laschet bei Anne Will. Unter anderem Thema dabei war der ehemalige Direktor des Verfassungsschutzes des Bundes Hans-Georg Maaßen. Wir zitieren Frau Neubauer mal genau (weil jetzt schon Neubauer Fake Zitate im Umlauf sind): „Sie legitimieren rassistische, antisemitische, identitäre und übrigens auch wissenschaftsleugnerische Inhalte, verkörpert durch Hans-Georg Maaßen“

ARD/NDR – ANNE WILL, „Von Corona-Krise bis Klimapolitik – kann die Union noch Kanzleramt?“, am Sonntag (9.05.21) um 21:45 Uhr im ERSTEN. v.l.: Luisa Neubauer („Fridays for Future“-Aktivistin), Armin Laschet (CDU), © NDR/Wolfgang Borrs, honorarfrei – Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter NDR-Sendung bei Nennung „Bild: NDR/Wolfgang Borrs“ (S2). NDR Presse und Information/Fotoredaktion Tel: 040 4156-2306 oder -2305, pressefoto@ndr.de

Definiere Antisemitismus

Der Begriff wurde 1879 als „Judenfeindschaft“ geprägt. Allerdings gab es den Begriff vorher schon. Der Begriff erfuhr in dieser Zeit eine „Wertneuschöpfung“. Das geschieht, zum Beispiel, wenn in diesem Zeitraum eine Volksgruppe unter einem weiteren Phänomen besonders zu leiden hat.

Die religiöse Gruppe der Juden wurde, gerade durch Verfolgung aus dem germanischen Raum, unter anderem durch die Neuschöpfung des Begriffes „Antisemitismus“, durch den deutschsprachigen Raum, der die Juden, in dieser Zeit, durch dieses Wort abzuwerten versuchte, zu einer Volksgruppe.

Aus dem ursprünglichen Antisemitismus wurde der antike, christliche, völkische, rassistische, sekundäre, latente, islamische oder antizionistische Antisemitismus.

Nach 1945 hat sich der Antisemitismus zu einem Schutzbegriff für Juden gewandelt. „Antisemitismus darf nie wieder geschehen.“ In der traditionellen Auffassung wurde der Antisemitismus gegen Juden zum „Antisemitismus“.

Wie gefährlich das ist, ist seit den 80er Jahren klar. In diesem Zeitraum betraten immer mehr Muslime deutschen Boden. Obgleich der Antisemitismus mal eine Denkart war, die den christlichen Glauben gegen alle anderen Religionen hervorhob, merkten die Muslime in Deutschland dass die Wertneuschöpfung des Antisemitismus mehr zum Schaden als zum Nutzen war, weil die Muslime aus der Definition des Antisemitismus, scheinbar hinausgeworfen wurden.

In der Denkart vieler radikaler Rechter ein Freifahrtschein, dass man Muslimen umgehen könne, wie mit Juden vor 1933, beziehungsweise auch die Verbrechen an Muslime ankündigen zu können, wie sie die Juden von 1933 bis 1945 erfuhren. In der Denkart vieler radikaler und noch radikalerer Rechter ist es kein „Antisemitismus“.

Der vorherige spezifische Ausdruck für Hass gegen Juden war einmal „Antijudaismus“. „Antisemitismus“ war einmal der Hass gegen nonchristliche Religionen. Der Begriff etablierte sich (im lateinischen Sprachgebrauch) mit dem Aufstieg des Christentums im römischen Reich seit etwa 380 nach Christus.

Zurück zu Anne Will

Zurückgehend auf die Anne Will Sendung vom 09.05.2021 hat Hans-Georg Maaßen, nach altertümlicher Definition von Antisemitismus, auch antisemitische Äußerung verkörpert (was auch Twitter Retweets miteinschließt), wenn sich die Äußerungen gegen den Islam richteten.

Da kämen wir auf Herrn Maaßen’s „4 M“ Äußerung zurück.

Auf Herr Laschet’s Definition von „Antisemitismus“ sind wir gespannt.

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