AfD schlachtet Todesfall erneut für eigene Zwecke aus

9965 Artikel

AfD schlachtet Todesfall erneut für eigene Zwecke aus

29. März 2020 Allgemein 0
Lutherstadt Wittenberg: Nach Tod von Marcus Hempel: Verfahren ...

Markus Hempel wurde 2017, in einem Streit mit einem syrischen Staatsbürger, so sehr verletzt, dass er seinen Verletzungen erlag. Da der Angreifer zum damaligen Zeitpunkt erst 17 war, wurde die Verhandlung nicht öffentlich durchgeführt.

Die Bildzeitung schlachtete es zuerst aus

Die Bildzeitung setzte in ihrer Berichterstattung auf Schlagworte wie „der Totprügler“ (Ein Wort, dass in einer Berichterstattung eigentlich gar nichts zu suchen hat).

Zum Alter des Angeklagten setzte die Bildzeitung weiter offen auf Zweifel von Angaben des Schuldigen.

Nach eigenen Angaben will der Angeklagte zur Tatzeit erst 17 Jahre alt gewesen sein.

Unterscheiden zwischen Mord und „Körperverletzung mit Todesfolge“

Auf „Körperverletzung mit Todesfolge“ steht exakt das Strafmaß, welches die Richter nun gegen den Angeklagten aussprachen.

Was der Grund für den tödlichen Streit war, ist bis heute unbekannt. Ein Angeklagter hat das Recht darauf, auf Aussagen zu verzichten, die ihn selbst in Bedrängnis bringen könnten. Das gilt auch für Ausländer. Diesbezüglich gab es für den Richter keinen Grund anzunehmen, dass eine Tötungsabsicht des Angeklagten bestand.

Frau Weidel persönlich kennt das Strafmaß für diesen Straftatbestand und weiß auch selbst, dass dieses genau dem Urteil entspricht. AfD’ler, die über ‚Mord‘ schreiben, werden auf ihrer Seite auch nicht berichtigt.

Was war genau los?

Am 29. September 2017 will Markus Hempel ein Videospiel in einem Wittenberger Kaufhaus kaufen. Gegen 3 Uhr kam es zum Streit mit dem Angeklagten. Hempel bekam drei Schläge vom Angeklagten und fiel dann mit dem Kopf auf den gepflasterten Vorplatz. Zuerst wird er mit dem Rettungswagen in die nächste Klinik gebracht, später mit einem Helikopter ins Klinikum Dessau. Gegen Mitternacht verstarb Hempel im Klinikum Dessau.

Perfekt für die AfD

Ein toter Deutscher und ein Syrer als Schuldiger, welcher früher bereits in einer Schlägerei aufgefallen war. Die AfD instrumentalisierte es noch damals am selben Tag. AfD-Fans kollektivierten schnell auf „alle Flüchtlinge“ und „alle Syrer“.

Die Staatsanwaltschaft hat selbst die Tat als vermutliche Notwehr dargestellt. Die Darstellung war zweifelhaft. Die AfD nährte sich auch an diesen, tatsächlich berechtigten, Zweifeln. Auf dem Video sind Schubsereien zwischen Opfer und Angeklagten zu sehen. Und ein Streit, den die Freundin Hempels zu schlichten versuchte. Markus Hempel schlug als erster zu. Danach ging Hempel mit dem Schlag des Angeklagten zu Boden. Der Angeklagte schlug dann noch weitere Male zu, ohne Gegenwehr Hempels.

So konnte die AfD sich als Verteters der Angehörigen Hempels inszenieren, obwohl diese betonten, auf AfD Kontakte verzichten zu wollen. Auch das Opfer Markus Hempel war kein Freund von Rechtspopulisten.

Neonazis suchten Kontakt zu Hempels Angehörigen

In Wittenberg gibt es bis heute eine organisierte rechte Szene, in welcher AfD, NPD und andere rechte Organisationen sehr aktiv sind. Diese schrieben Hempels Vater und andere Angehörige an. Antworten bekommen diese nicht.

So hat Wittenberg auch ein aktives Bürgertum, welches sich stets rechtem Hass entgegenstellt. Diese beobachten, wie Rechtsextreme extra an das Kaufhaus anreisen. Die Rechtsextremen wollen mit Hempel kollektiv Flüchtlinge angreifen. So missbraucht auch die AfD Markus’s Namen regelmäßig für rechte Propaganda und Hass.

„Gerechtigkeit für Marcus H.“ Der Abgeordnete Mario Lehmann behauptet 2018, der Tod sei „gedeckelt“ worden. Die Wörter „Zuwanderungslobby“ und „Geldverdienen“ mussten undingt in einem Satz und im Kontext mit Markus Hempel fallen. Die Bundesrepublik sei „ideologisch verseucht“.

2019 wurde es ruhiger

Im Frühjahr 2019 flaute es dann ab. Es schien auch für die AfD uninteressanter zu werden, weil Chemnitz und Plauen viel mehr Angriffsfläche gegen Flüchtlinge boten. Zuletzt kamen etwa 86 Teilnehmer, viele von denen überzeugte Rechtsextremisten, die selber Anklagen wegen Gewaltdelikte und Volksverhetzung inne hatten.

Nun das Urteil

Todesstrafe wieder einführen, „Krimigranten“ oder die Bundesregierung als Machtvakuum bezeichnen.

Die AfD, die in Corona Zeiten nur Peinlichkeiten bietet, wie beispielsweise der versuchte Aufschrei um geschlossene Kinderspielplätze (selber ruft die AfD nach „Grenze zu“ und „harten Maßnahmen“) oder dem Versuch, Erntehelfer aus „Fridays for Future“ anzuwerben (mit geklautem, leicht verändertem „Fridays for Future“ Logo), kann hier wieder offen gegen syrische Flüchtlinge hetzen. Das die AfD einmal in Syrien, mit dem Verbrecherregime, die die Menschen erst zu Flüchtlingen machten, an einem Tisch saß, will in diesen Tweets erstmal niemand hören.

Gewalt ist tatsächlich untragbar

Auf der Seite des Angeklagten sind wir nicht. Der Gewaltakt hätte als der, der er war, beschrieben werden müssen. Auch die Staatsanwaltschaft hat der AfD mehr geholfen, als die es als „Notwehr“ beschrieben (Es war auch offensichtlich, dass es kein Mord war, weil ein Plan zur Tötung von Markus Hempel nicht ersichtlich war).

Nur hätte die AfD, wären beide Deutsche gewesen (weil es ähnliche Fälle gab, in denen beide Parteien Deutsche waren), sich die Tat in 100 Jahren nicht angesehen. (Die AfD hat ähnliche Taten einfach ignoriert, weil keine Ausländer beteiligt waren).

Traurig an der Sache ist definitiv, dass man, wenn man einen Bericht über Markus Hempel sehen will, von Google zuerst auf PI-News, Tichys Einblick, Afdkompakt, philosophia-perennis, Russia Today und Einprozent landet. Auch die Bildzeitung nutzt den Sprech der oben genannten Seiten.

Scroll Up