Argumente und Medien der Klimaleugner

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Argumente und Medien der Klimaleugner

7. Juli 2019 Allgemein Faktencheck Gesellschaft Politik 0

Gerade lesen wir einen Facebook-Feed, in der ein Nutzer anprangert, dass doch immer nur über Klimawandel-Fakten gesprochen wird, von Leuten, die gegen den Klimawandel kämpfen. Das hat, mitunter, damit zu tun, dass 99 Prozent aller wissenschaftlichen Arbeiten den menschengemachten Klimawandel erkennen und versuchen, etwas dagegen zu unternehmen

Worüber sprechen die unter 1 Prozent?

In den letzten 30 Jahren haben diverse Konzerne, wie zum Beispiel Exxon Mobile, in einem sehr berühmten Fall, Klimastudien in Auftrag gegeben, die die Erderwärmung (Dick Cheney ließ den Begriff Anfang des Jahrtausends in „Klimawandel“ umschreiben) leugnen oder herunterspielen sollten. Die Wissenschaftler haben in der Zwischenzeit ihre Ansichten revidiert oder zugegeben, dass Geld für das gelenkte Ziel der Studie gezahlt wurde. Klimaleugner nutzen die Arbeiten trotzdem als Basis.

Der US-Nachrichtensender Fox News brachte Anfang 2000 genau jene Wissenschaftler in die Nachrichten, die später zugaben, mit erheblichen finanziellen Mitteln aus der Ölindustrie gefördert worden zu seien. Zeitgleich lief, auch diversen Printmedien, eine Desinformations- und Rufmordkampagne gegen Greenpeace und andere Umweltorganisationen. Das Hauptargument war der Treibstoff der Greenpeace-Schiffe, mit der die Aktivisten der Organisation zu den Ölplattformen gefahren sind.

Erst Jahre später konnte Greenpeace erklären, dass es nicht um Ölförderung an sich ging, sondern um die Ölförderung in geschützten Meeresgebieten, wie z.B. der Arktis oder der Antarktis. Auch heute noch ist Treibstoffverbrauch das erste Argument der Klimaleugner gegen Klimaproteste.

„Der Klimaschwindel“

2007 brachte der britische Fernsehsender Channel 4 einen Fernsehfilm heraus, welcher belegte Klimafakten hemmungslos leugnete. Er nannte sich „Der Klimaschwindel“. Tatsachenverdrehung und manipulierte Grafiken waren und zwei von vielen Vorwürfen, der sich der Film stellen muss.

Verschwörungstheoretiker, die bar jedes guten Rufs waren, wurden als Journalisten und Autoren benannt. Eine frei erfundene Grafik über die Sonnenaktivität des Autors Nir Shaviv wird heute noch als Argument der Klimaleugner in wissenschaftliche Arbeiten eingefügt. Shaviv trat 2018 für die AfD vor einem Bundestagsausschuss und gab an, dass es keine Beweise für einen menschengemachten Klimawandel gäbe. Die Belege, die es für den menschengemachten Klimawandel gibt, erkennt schlichtweg nicht an.

In der Grafik selbst wird unterdrückt und verfälscht, dass ein immenser Teil der Erderwärmung in den Achtzigern stattfand, also dann, als die Sonnenaktivität am geringsten war.

Eine zweite Grafik über die kleine Eiszeit war schlichtweg manipuliert. Sie ließ erhöhte Vulkanaktivität zu der Zeit komplett weg und täuschte dem Zuschauer die Vergleichbarkeit in dem menschengemachten Klimawandel der Gegenwart vor

Die dritte Grafik wurde gar von einem Mitarbeiter einer kanadischen Lobbygruppe mit Namen Ian Clark erklärt, welcher heute noch als wissenschaftlicher Berater für diverse Ölkonzerne arbeiten soll. In Deutschland wird er gerne von Verschwörungsmedien wie Achgut und KenFM als Referenz genommen. Die Grafik beschreibt die Diskussion der 800-jährigen Zeitverzögerung der antarktischen Temperatur- und CO2-Anstiege am Ende der Eiszeiten. Diese Kurve spricht in Wahrheit nicht gegen, sondern für den Klimawandel, was die echten Forscher der Studie wie Jeff Severinghaus, längst hervorhoben. Die dritte Grafik hatte ganz rechts den Button „Now“. „Now“ bedeutete 1975 und ließ den gesamten Klimawandel der Achtziger komplett weg.


Wo es immer möglich ist, wird auf diesen Film verlinkt

Noch mehr Argumente?

Die Sonnenaktivität (ich weiß, hatten wir gerade) muss noch einmal durchleuchtet werden. Denn die Sonnenaktivität nimmt seit 2017 ab. Und zwar bedeutetend. Jedoch haben wir 2018 eine gravierende Dürreperiode gehabt und 2019 einen Rekordsommer. Trotz der Tatsache, dass Sonnenflecken 2021 warscheinlich komplett verschwunden sein werden. Und dennoch beharren viele Klimaleugner noch auf die Sonnenaktivität. Sie vertrösten da förmlich auf 2021. Als Argument.

Die Öko-Industrie

Also für Klimaskeptiker eine Industrie die Milliarden durch Klimahysterie verdienen soll. Um eins vorwegzunehmen. Klimaschutz wird kosten. Und zwar mehr Milliarden, als man sich das zu träumen wagt. Aber es gibt niemanden, für den es sich finanziell auszahlt, in Klimaschutz zu investieren. Alle, die investieren, verlieren Geld.

Jeder, der in Kohle oder Öl investiert, wird dagegen heute noch schneller reich, als es ihm gut tut. Die Länder, die heute noch fleißig Kohlekraftwerke bauen, überwiegen den Planeten noch immer. Auch für Benzin könnte man noch gewaltig mehr Geld nehmen, die Autofahrer würden es bezahlen.

Dagegen müssen E-Autos mit Steuergeldern subventioniert werden und Kommunen müssen Ladestationen aufstellen, von denen die Ölindustrie behauptet, es würde zu wenig davon geben und die in Wirklichkeit sogar noch kaum genutzt werden.

Der größte Witz ist der, dass der abwertende Begriff Öko-Industrie in Arbeiten auftaucht, die die Öl-Industrie in Auftrag gab.

Unterschiedliche Temperatur Prophezeiungen

Unterschiedliche Arbeiten zum Klimawandel haben auch sehr oft eigene Daten zum Klimawandel. Und es sind vielfach Prognosen.

2011 behauptete dann Roy Spencer im Fachjournal „Remote Sensing“, dass es überhaupt keinen Temperaturanstieg geben würde. Er arbeitete dabei mit Zahlen von 1979 und 1991, die dann schon längst wiederlegt würden. Seine Arbeiten werden immer dann heraus geholt, wenn es, aufgrund des Klimawandels, zu Tiefsttemperaturen kommt, die seriöse Wissenschaftler längst als Teil des Klimawandels bestätigten. Klimaskeptiker nutzen da immer noch den veralteten Begriff „Erderwärmung“. Der Klimawandel kann aber sowohl nach oben als auch nach unten zu Extrembedingungen führen.

Auch Roy Spencer bezog sich auf oben erwähnte Fernseh-Dokumentation, dessen Betrachtungen er eins zu eins in seine Arbeiten einfügte.

CO² hat nichts mit der Erwärmung zu tun

Ja, dieses Argument gibt es. In den 40ern und 70ern kam es zu Temperatur Extremen. Die globale Temperatur hatte in den Zeiträumen auch mit Vulkanausbrüchen und veränderter Sonnenaktivität zu kämpfen. Wir haben den CO² Gehalt allerdings so verändert, dass die Sonnenaktivität unseren Planeten gar nicht mehr abkühlen kann. Erst seit Anfang des Jahrtausends ist CO² unser Boss und der Klimakiller schlechthin.

Man vergleich mal kurz wie sich die Temperatur in den 40ern noch vom CO² Gehalt lösen konnte und wie wenig das heute noch möglich ist.

Angebliche durchgesickerte Daten

dass Klimaergebnisse verfälscht wurden. James P. Wallace der Dritte hat 2017 festgestellt, dass Klimaergebnisse hätten verändert werden können. Daraus wurde im Netz „Klimaergebnisse wurden verändert“.

Mit dieser Arbeit wurden Ergebnisse der NASA zum Klimawandel für gelenkt und gefälscht erklärt.

Wallace selber lässt in der Arbeit so zitieren „Die Ausführungen und Grafiken sollen dazu anregen, sich Gedanken zu machen, ob nicht im Modell des Klimawandels bisher etwas sehr Wichtigem viel zu wenig Beachtung geschenkt wurde.“ Seine Ausführungen basieren auf Vermutungen, die er anstellte, weil NASA Daten von deutschen und schweizer Daten abwichen. Wallace selbst ging dem aber nie auf dem Grund und entlarvte auch tatsächlich niemals durchgesickerte Daten. Außerdem hat er in selbiger Arbeit auch erwähnt, dass ESA und NASA jeweils unterschiedliche Projekte durchführten (die beide einen menschengemachten Klimawandel belegen). Unterschiedliche Projekte können zu unterschiedlichen Daten führen.

Für Klimaleugner kann das aber nur bedeuten, dass die NASA sich Studien zum Klimawandel einfach ausdenkt.

Klimawandel ist doch Super!

Wir haben Rekordsommer bei schwacher Sonnenaktivität und (immer noch) steigender Treibhaus-Decke und die Landwirtschaft beklagt Missernten und Grundwassermangel. Kommunen sogar für den Zeitraum weniger Stunden einen Trinkwasser-Mangel in Deutschland.

Anbei sinken die Wasserstände in Flüssen ab und (ja, das geht) der Meeresspiegel nimmt zu. Weil Flußwasser ist nicht Salzwasser. Und eine Versalzung der Flüsse (was beispielsweise in Tansania geschieht) ist eine Katastrophe, die hier hinzu noch droht.

Mit dem steigenden Meeres bekommt Deutschland seine innerdeutsche Flüchtlingskrise. Kennen wir noch nicht. Millionen Niedersachsen stehen dann verarmt ohne Zuhause da und müssen von NRW aufgenommen werden. Und sorry, aber die deutsche Bevölkerung hat da überhaupt keine Freude dran. Deutsche wählen dann gerne mal Rassisten an die Macht, die die Menschen dahin schicken, „wo sie hergekommen sind“.

Sind doch noch 50 Jahre bis dahin

Es sind noch 50 Jahre, bis die ultimative Katastrophe eintritt. Der Klimawandel vollzog sich bereits in 1980ern. Der Wandel bei dem andere Faktoren, wie die Sonnenaktivität, den Treibhauseffekt bremsen konnten.