Eingeschüchterte Journalisten

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Eingeschüchterte Journalisten

23. November 2019 Allgemein 0
Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg bestätigt: Die NPD-Demo am Sonnabend findet statt.

2018 ging ein Journalist auf eine Demonstration, veranstaltet von der „identitären Bewegung“ mit diversen AfD Offiziellen, die sich dort versammelten. Er veröffentlichte die Bilder in der taz.

Schon einen Tag später nannten Rechtsextreme seine Adresse in den sozialen Medien und auch auf der Seite Journalistenwatch. Auf letzterer ist die bis heute einsehbar. Der blanke Hohn ist der, dass sich die Rechtsextremen auf Grund der Fotos wegen fehlendem Datenschutz echauffierten.

Heute in Hannover

In Hannover marschierte heute die NPD gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das ZDF wurde von NPD Demonstranten offen mit Nationalsozialisten gleichgesetzt.

110 Demonstranten von Seiten der NPD oder extremer waren anwesend. Die richterliche Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts beanspruchten die Demonstranten für sich und trugen mehr in die Entscheidung des Gerichts mit hinein, als da war. Sie fühlten das Recht, ja die deutsche Justiz, gar das deutsche Rechtssystem auf ihrer Seite, insgesamt für ihre Sache. Tatsächlich fühlt sich der deutsche Journalistenverband auch von den Richtern der Oberverwaltungsgericht schlicht „im Stich gelassen“. Bei 10 Journalisten, die im Vorfeld, im direkten Bezug auf die Demonstration, namentlich bedroht wurde, kann man nicht mit Meinungsfreiheit argumentieren.

Dabei war der Haupttenor der Demonstration eigentlich Drohungen gegen diverse Journalisten, vorne ran gegen NDR Reporter Julian Feldmann. Auf ihrer Internetseite wurden noch 9 weitere Reporter aufgeführt. Von Demonstranten wurden noch weitere Journalisten genannt.

Ein Lichtblick

Zumindest der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius war auf der SPD Gegendemo und sprach von Journalisten und Bürgermeistern, die von rechts bedroht werden und deswegen ihrer Arbeit nicht nachgehen können.

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