Mindestens acht unschuldig verurteilte Menschen in Deutschland

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Mindestens acht unschuldig verurteilte Menschen in Deutschland

10. Februar 2021 Allgemein 0

Wir präsentieren euch heute zwei Geschichten davon. Es sind vermutlich noch viel mehr. Aber von acht Menschen kennen wir die Geschichten und einige Prozessprotokolle. Auch ein verurteilter Mörder ist dabei.

Der Gorillamaskenräuber

Ein Fall ist der ‚Gorillamaskenräuber’s‘. Der später Verurteilte hat sich für den Fall interessiert und wollte ihn damals eigentlich nur aufarbeiten. Dazu hat er sich eine Spielzeugpistole gekauft, der der vermeintlichen echten Tatwaffe glich. Er hat sich die Berichterstattung über die Taten des Räubers aus der Zeitung ausgeschnitten und das Datum in seinem Kalender mit einem „Ü“ markiert. Die Polizei durchsuchte irgendwann sein Haus und fand den Eintrag im Kalender und die Zeitungsausschnitte.

Nicht gefunden wurde die Beute oder die Gorillamaske.

Den letzten Anstoss zur Verurteilung gab ein Gutachter. Ein, als Gutachter bestellter, ehemaliger Polizeibeamter sah den maskierten Mann im Video und sagte willkürlich aus, dass dies der Verdächtige sein könne.

Als Tatmotiv galt einfach, dass der Verurteilte, einige Jahre nach der Tat, im Jahr 1995, etwas mehr Geld ausgab, obwohl er doch in finanziell engen Verhältnissen lebe. Der ausgegebene Geldbetrag (etwa 6000 DM) war allerdings weit weg vom Betrag der Beute (Vier Banken wurden ausgeraubt) und hätte sich auch vom Verurteilten noch ansparen lassen können. Das Motiv war allerdings klar: „Er war arm, deshalb würde er Straftaten begehen.“

Der Verurteilte wurde 2001 zu 13 Jahren Haft verurteilt. 2012 wurde er aus der Haft entlassen.

Einbruch in eine Tankstelle

2015 wurde in eine Tankstelle eingebrochen. Zwei Tage später kaufte sich ein Mitarbeiter der Tankstelle für knapp 12000 Euro ein neues Auto. Er wurde 2016 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Mit in der Verurteilung war ‚Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte‘ und einen, nie nachgewiesenen, ‚Tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte‘ und ‚Beileidigung‘, wegen des Ausdrucks ‚Bulle‘. Aus dieser kommt er im Sommer dieses Jahres raus.

Argumentiert wurde, dass der Täter gewusst haben muss, wo sich der Safe befand, in der sich das Geld befand und wo die toten Winkel der Kameras waren, weil der oder die Täter nicht auf den Überwachungsbändern der Kamera zu sehen sind.

Auch hier wurde ein Gutachter eingesetzt. Der Gutachter empfand es als „unüblich“, dass 24-jährige sich ein teures Fahrzeug ansparen. Als Kriminologe gab er der Ermittlungsakte recht, in der Behauptet wird, dass der Täter ein Insider oder Mitarbeiter gewesen sein muss.

Der Verurteilte hatte für die Zeit zwischen 11 Uhr Abends und 6 Uhr Morgens kein Alibi, weil er da allein zu Hause war.

Bei der Hausdurchsuchung wurde ein Werkzeugkasten, ein Akkuschrauber und eine Bohrmaschine gefunden. Ja, augenscheinlich würden sich ausschließlich Straftäter so etwas zulegen.

Wenn Menschen sich Autos kaufen, die den Monatslohn übersteigen, ist das scheinbar, für die Justiz, ein Tatmotiv.

Was noch so kommt?

Wir werden euch den Fall des Mörders, aus unserer Sicht, schildern. Und wir zeigen euch, was Richter und Gutachter mit euch machen, wenn ihr, unverfrorenerweise, gegen eine Versicherung klagt.

Wieso tun wir das?

Weil unsere Justiz permanent gegen den Grundsatz verstößt, dass eine Straftat bewiesen sein muss. Weil wir erlebt haben, wie einfach es sich Staatsanwaltschaft und Richter in Deutschland machen, Menschen ins Gefängnis zu stecken.

Wir bitten unsere Politiker, die gegen die Verurteilung Unschuldiger protestieren wollen, ihre Stimme endlich gegen Staatsanwaltschaften innerhalb Deutschlands zu erheben.

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