Orville Episode “Identität” Teil 1

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Orville Episode “Identität” Teil 1

13. August 2019 Allgemein Star Trek 0

Wir haben die Episode von The Orville “Identität” Teil 1 gesehen.

Doppelfolgen machen Spaß. Sie enden meist an der dramatischsten Stelle und lassen der Fantasie Raum, darüber nachzudenken, was danach geschieht.

Bildergebnis für orville identität teil 1

Spoiler, wers noch nicht kennt: Isaac bricht, vor den Augen seiner Freundin Dr. Finn, zusammen, just in dem Moment, in welchem die beiden Kindern von Dr. Finn die gemeinsame Beziehung beichten wollen.

Nach langem hin und her, was wohl zu tun ist, soll der Androide zu seinem Volk, den Kayloniern, gebracht werden, damit diese ihn wieder aufwecken.

Das Schiff fliegt also zur kaylonischen Heimatwelt, wo jeder Kayloner ein Androide ist. Die Kayloner reanimieren Isaac, der abgeschaltet wurde, weil er seinen Auftrag, Informationen über die Union zu sammeln, beendet hat. Dieser ist jedoch plötzlich anders. Auch für den Zuschauer. Er ist distanzierter und kann plötzlich gar nicht schnell genug von der Orville weg kommen. Doch die Crew der Orville veranstaltet noch eine Verabschiedungsparty für Isaac.

Als Finns Sohn im selben Moment nach Isaac sucht, findet er zwar nicht Isaac, dafür aber die humanoide Bevölkerung des Planeten, also praktisch die Vormieter. Und zwar aufgereiht in Form tausender Knochen.

Darauf angesprochen zieht Isaac förmlich seine Maske als ‘Guter’ herunter und erklärt, dass die Androiden eigentlich eine riesige Kolonie böser Androiden ist, die gar nichts mit lebenden Kreaturen anfangen können, geschweige denn mit ihnen auf dem selben Planeten koexistieren können. Doch an diesem Punkt wird die Orville auch bereits geentert und die hochentwickelten Androiden fliegen mit eigener Armada gen Erde.


Kritik:

Die Kritikpunkte könnten gar nicht zahlreicher sein. Der Zuschauer erfährt, dass, anders als bei Commander Data, der Androide aus einem Volk zahlreicher Androiden kommt. Dem Androiden wird gestattet, Informationen über die Menschen zu sammeln, während Menschen in seiner Welt wohl besser nicht auftauchen sollten.

Die Orville kannte auch die Baupläne des Androiden nicht. Hätten sie diese gekannt, hätten sie gewusst, dass der Android beide Schädeldecken zur Seite klappen kann um Schusswaffen herausziehen zu können

Außerdem erfährt der Zuschauer, dass die Crew der Orville, die den Androiden bei sich aufnahmen, vorher nie auf der Heimatwelt des Androiden waren.

Und Isaac wurde nie gefragt, was mit den Erbauern geschah. (Als Vergleich hatte die Crew um Captain Picard viele Informationen um Datas Erbauer.)

Alles in allem wurde also Isaac in kompletter Naivität zum Besatzungsmitglied. Man kommt auch in ein leichtes Schmunzeln, wenn man Dr. Finn fragen hört, ob Isaac das irgendwann mal erzählen wollte (Eigentlich fragt man mal nach sowas, bevor man einen Androiden überhaupt zum Besatzungsmitglied macht.)

Zuletzt erinnert man sich an Star Trek: Nemesis, als Picard von Janeway nach Romulus geschickt wird, an die Gegenfrage “Mit dem oder ohne den Rest der Flotte?” Spätetens nachdem die Orville die Übermacht der Kayloner bemerkte, hätte die Union mindestens 3 weitere Schiffe als Verstärkung schicken können. Eines wohl noch zusätzlich auf Distanz, aber in Kommunikationsreichweite.


Die Serie wollte zwingend wieder zum alten Star Trek Stil zurück und verlor sich in der Naivität der Crew.

Auch der Crew der Discovery ging mit Airiam ein Cyborg verloren, welcher Daten manipulierte und später als Böser hervorging. Der Zuschauer wurde allerdings viel vorher darin eingeweiht, dass mit Airiam etwas nicht stimmte. Der Verrat zog sich über mehrere Episoden hin. Die Crew schien eben nicht naiv und gutgläubig ihr gegenüber zu stehen.

Außerdem konnte der Zuschauer viel mehr in den Charakter eintauchen als in Isaac, über den auch die Besatzung der Orville anscheinend ‘gar nichts’ wusste.

Der Fehler, den die Macher von ‘The Orville’ hier gemacht haben, ist der, dass eine solche Geschichte in eine ganze zusammenhängende Staffel gehört und nicht nur in eine Doppelfolge. Hier fehlte auch eine Flashbackfolge, in der Isaac bei der Union erstmalig auftaucht. Dann hätte die Romanze zwischen Dr. Finn und Isaac, die erst zwei Folgen vorher begann, eine andere Dimension gehabt.

Die Folge wirkt, als hätte man die dritte Staffel der Serie Star Trek: Enterprise in eine Doppelfolge gepackt (in welcher am Ende auch ein überlegender Feind Richtung Erde unterwegs war).


Was haben die gut gemacht?

Die Episode sah tricktechnisch einwandfrei aus. Sie erinnerte an Star Wars: Episode 2 mit den Gebäuden, die aus den Wolken ragten. Auch die vielen anderen Isaac’s wirkten vor der Kulisse des hochentwickelten Planeten wirklich sehr gut. Da war nichts irgendwie verwackelt und da sah auch nichts aus wie schlecht photogeshoppt. Auch die aufgreihten Knochen sahen tricktechnisch erstklassig aus.