CDU Abgrenzungsbeschluss: AfD und ‚Die Linke‘ weiter auf eine Stufe.

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CDU Abgrenzungsbeschluss: AfD und ‚Die Linke‘ weiter auf eine Stufe.

27. Februar 2020 Allgemein 0

Die CDU hat ein Video zu ihrem Abgrenzungsbeschluss von AfD und ‚Die Linke erstellt.

Zunächst war auch alles richtig

Die AfD kam zuerst im Video dran. Erste Klarstellung der CDU: „Wir sind Antifaschisten“ (Naja, nur eben nicht die Abgeordneten der Sachsen-Anhalt CDU, die sich letztes Jahr hinter Robert Möritz stellten. Auch nicht die, die sich gegen ein „Anti AfD Bündnis“ in der CDU aussprachen, und es „demokratiefeindlich“ nannten).

Erwähnt wurden rechtsradikale und völkische Organisationen wie der AfD Flügel um Björn Höcke und Menschenwürde verletzendes Politikkonzept der AfD. Sowie ein Politikkonzept gegen das Demokratie- und Rechtstaatsverständnis.

Die AfD sprach sich, in der Person Gauland, offen gegen „das politische System“ und „die Regierenden“ aus und kürzte es in „das System Merkel“. Auch das Markus Frohmeier Zitat „Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt.“, fand im CDU Video Platz.

Die CDU fasst zusammen: „Die AfD ist für uns antibürgerlich, rechtsextremistisch, antidemokratisch, antisemitisch, menschenverachtend. Deshalb gilt: Keine Zusammenarbeit!“

Im Grundsatz richtig. Die Realität hakt nur etwas.

Was nicht erwähnt wurde war, dass sich die AfD in Thüringen in ein Spiel der AfD zur Destabilisierung der Demokratie hat hineinziehen lassen. Die Vertagung des Landtages am 05.02.2020 wurden mit den Stimmen von FDP, CDU und AfD beschlossen.

Auch nicht erwähnt wurde, dass die „Werteunion“ ähnliche Ziele wie die AfD vertritt.

Überhaupt nicht erwähnt wurde, dass Friedrich Merz selber sein erklärtes Ziel veröffentlichte, AfD Wähler wieder in die CDU zurück zu holen, mit dem Plan, die Agenda der CDU der Agenda der AfD anzunähern. (Er will ja nur CDU Parteichef werden.)

Die CDU widmet sich der Linkspartei

„Die Linkspartei ist Rechtsnachfolger der SED“

„SED-Nachfolger“. „SED-Erben“. „Alte SED“ sind die üblichen Vorwürfe an die Partei „Die Linke“. Der Bildzeitung-Leser schäumt hier schon vor Wut: „Whoooaaa! SED!“

Die Linkspartei ist aus mehr zusammengesetzt wie nur aus der SED (oder eigentlich der PDS). Die WASG gründete sich aus Sozialdemokraten und Gewerkschaften zusammen. Die PDS fusionierte mit der WASG und setzte ein „gemeinsames, zukunftsorientiertes Konzept“ zusammen.

„Die SED hat hunderte CDU-Mitglieder vertrieben, inhaftiert, einige davon gefoltert und ermordet.“

Das deutsche Mauermuseum in Berlin kommt auf 1347 Todesopfer durch die deutsche Teilung zwischen dem 16. August 1961 und 11.November 1989. 327 davon an der innderdeutschen Grenze.

Die Christlich-Demokratische Union Deutschlands[ (CDU) – kurz auch als Ost-CDU oder auch CDUD bezeichnet war eine Blockpartei in der DDR und gehörte, die meiste Zeit über, zum regierenden Staatsapparat der DDR. Sie war der SED weisungsunterstellt.

Um 1950 hat die Ost-CDU selbst die Verhaftung des damaligen Landesvorsitzenden in Sachsen, Hugo Hickmann, sowie einige weitere, mit veranlasst. Ab da war die CDU Teil des Systems der DDR.

In DDR Gefängnissen wie Hohenschönhausen wurden bis zu 200.000 Mensch inhaftiert. Das Gefängnis gehörte zu den Gefängnissen, die Bestrafungen an Gegnern des Regimes der Ostzone umsetzten. Körperliche Folter hörte in diesem Gefängnis 1951 auf. Ab da setzte die Stasi dort auf Psychoterror.

Vertrieben hat die rote Armee ab 1947 Menschen aus der SBZ in die DDR. Da es die CDU, während des zweiten Weltkrieges nicht gab, und in den ehemligen Gebieten Polens, unter deutscher Besatzung, keiner in die CDU eintreten konnte, können das keine CDU Wähler gewesen sein.

„Wie kann man da von uns verlangen, einfach mit der SED Nachfolgepartei zusammen zu arbeiten?“

Indem Ihr, liebe CDU, eure Informationen über die DDR vielleicht etwas detaillierter beschreibt oder sie selber noch mal überprüft.

„Die Linke ist in Teilen linksextremistisch“

Die sozialistische Linke hat Neo-Marxisten in ihren Reihen. Die sind etwa so radikal wie die Teletubbies, haben aber tatsächlich gesellschaftsverändernde Tendenzen. Jedoch nicht vergleichbar mit Rechtsextremen.

Neo-Marxisten geht es um staatliche Vermögensumverteilung. Es soll keine Reichen und keine Armen mehr geben. Ähnlich wie unser, ohnehin vorhandener Sozialstaat, nur noch mehr auf eine Linie. Dafür wird gegen eine massive Ansammlung an Reichtümern gekämpft. Sprich, Neo-Marxisten schreien gerne Banker und Konzernchefs an.

So’ne „sozialistische Gesellschaft“ geht natürlich nicht, wenn ein Kandidat des CDU Parteichefs möchte, dass die Bevölkerung mehr Aktienpakete (vormalig von Blackrock) ersteigert.

„Sympathisiert mit Kim Jong Un“

Absolut niemand in der Linkspartei sympathisiert mit Kim Jong Un. Wir suchen noch nach einem genanntem Antrag in Form einer Drucksache. In einer informellen Aufforderung, an die Bundesregierung, ging es der Linkspartei einmal darum, auf der koreanischen Halbinsel eine Entspannungspolitik in Gang zu bringen und zu diesem Zweck die bestehende deutsche Botschaft in Pjöngjang zu integrieren. Das nennt sich Diplomatie und ist keine Sympathie.

Was war noch mal mit Enteignung?

Deutschland enteignet für Autobahnen und Nordstream 2. Die gesetzlichen Grundlagen dafür kamen von der CDU. Auch für Kohlegebiete in Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen müssen ganze Ortschaften geräumt werden, die gar noch, in den nächsten Jahren, zu Kohleabbau-Gruben werden.

„Die linke Gewalt“

Ja, es gibt sie. Zum Vorschein kam sie 2017 in Hamburg. 2015 in Frankfurt. Und noch bei weiteren Anlässen.

Was geschah da?

Scheiben wurden in Banken und der Frankfurter Börse eingeworfen.

Autos wurden angezündet. Sehr sehr teure Autos.

Bankiers und reiche Geschäftsleute wurden angepöbelt.

Häuser wurden besetzt.

Der Hambacher Forst wurde besetzt und Polizisten dort angespuckt.

Hat die Partei „Die Linke“ was damit zu tun?

Wir kennen keine Infos von Seiten der Partei ‚Die Linke‘, die Aufrufe beinhaltete, Gewalt anzuwenden. Auch musste sich die CDU da ganz schön was zusammenbasteln, damit der Teil über „Die Linke“ annähernd logisch klingt (Im Video wird die nachträgliche Zustimmung zu Gewalt analysiert. Jedoch keine Aufrufe oder Aufheizungen im Vorfeld).

Will die Linke einen sozialistischen Wandel?

Ja! (Rechte Intertrolle können hier schon abschalten) Sozialismus bedeutet aber kein Kollektiv. („Kollektiv“ sind tausende Idioten, die plötzlich anfangen, Aktien zu kaufen.) Das arme Individuum kommt auf das annähernd selbe gesellschaftliche Level wie das reiche Individuum. (Ja, liebe CDU, ihr habt Recht. Mit eurem „Blackrock“ Kandidaten ist das so gar nicht vereinbar.)

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