Das politische Ende des Björn Höcke

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Das politische Ende des Björn Höcke

10. Juli 2019 Allgemein Politik 0

Er nannte Sigmar Gabriel einen „Volksverderber“ und referierte über den lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitertyp. Er sinnierte über Syrer und Senegalesen, die ihre Heimat noch hätten, und Deutsche, die ihre Heimat verlieren würden. Ein tausendjähriges Deutschland hat er gleich bei diversen Anlässen herausgeschrien. Zuletzt ärgerte er sich, dass sich Berlin, als ehemalige Hauptstadt der Nationalsozialisten, ein „Denkmal der Schande“, wie er das Holocaust-Mahnmal nannte, in die Stadt stellt.

Heute soll über Björn Höckes Austritt aus der AfD gesprochen werden. Die Sache hat gleich mehrere Haken.

Als erstes haben es weder Gauland, noch Meuthen oder Alice Weidel für nötig gehalten, sich am Rauswurf Höckes zu beteiligen.

Als zweites wird Höckes Rauswurf nicht mit den widerlichen Kommentaren gegen jeglichen menschlichen Anstand begründet, sondern mit Anfeindungen gegen die Parteispitze auf dem Kyffhäuser-Treffen, welches kürzlich stattfand. Dies ist insoweit interessant, dass sich einzelne AfD Funktionäre schon koalitionsfähig mit der CDU sehen, sollte Höcke aus der Partei geworfen werden.

Als drittes hat Höcke längst einen starken Rückhalt in der Partei. Die, die offiziell gar nicht in der Partei seien, sind längst in die Partei eingetreten und haben sich erfolgreich etablieren können. Knallharte Neonazis! Ehemals aus der NPD oder der Partei ‚Die Rechte‘ oder ‚Der dritte Weg‘. Die AfD hat stets betont, dass diese nicht in die Partei aufgenommen werden. Kontrolliert hat das nie jemand. Vor allem nicht in Sachsen und Thüringen.

„Ich halte die Rede von Björn Höcke genauso wie den Fahneneinzug auf dem Kyffhäuser-Treffen für unangebracht.“ sagte AfD Ko-Chef Gauland, welcher vor kurzem noch betonte, es gäbe keine Neo-Nazis in der AfD. Die Forderung nach Höckes Abgang unterschrieb er nicht. Für ihn unklug im Wahlkampf. Predigt die AfD doch ständig den anderen Parteien, einzelne Entscheidungen nur aus Wahlkampftaktik zu treffen. Viele wählten die AfD, weil sie es anders versprochen hat.

Für AfD Chef Meuthen passt Personenkult nicht zur AfD. Genau das hat Björn Höcke in knapp 5 Jahren aufgebaut. Denn längst kommen viele Ultrarechte nicht mehr, um die AfD zu sehen, sondern um Höcke zu sehen.

Fazit

Die AfD wird Höcke mit hoher Sicherheit rauswerfen. Jedoch wird sich die AfD scheuen, einen Nachfolger aufzuhalten oder frühzeitig rauszuwerfen. Denn die wirklich Liberalen in der AfD kommen nicht einmal über die 5 Prozent Hürde. Für die CDU koalitionsfähig wird die AfD voraussichtlich nie werden.