Die angeblichen toten Wähler von Pennsylvania

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Die angeblichen toten Wähler von Pennsylvania

7. November 2020 Allgemein 0

New York’s ehemaliger Bürgermeister Rudolph Giuliani behauptet auf Twitter, dass 21.000 Tote in Pennsylvania wahlberechtigt seien. Und das steckt dahinter.

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Rudolph Giuliani bezog sich auf einen Bericht des Online Magazin’s Breitbart. Breitbart wird von Trumps ehemaligen Berater Steve Bannon geleitet.

Breitbart bezieht sich dabei auf eine Klage beim Bezirksgericht der Vereinigten Staaten für den mittleren Bezirk in Pennsylvania.

Die Klage, und einige weitere, wurden eingereicht von der „Public Interest Legal Foundation“. In der Klage wird behauptet, dass Pennsylvania seine Wählerregistrierungsunterlagen nach Bundes- und Landesrecht nicht rechtzeitig vor den Präsidentschaftswahlen 2020 „angemessen geführt“ habe.

„Bis zum 7. Oktober 2020 waren mindestens 9.212 Registranten seit mindestens fünf Jahren tot, mindestens 1.990 Registranten waren seit mindestens zehn Jahren tot und mindestens 197 Registranten waren seit mindestens zwanzig Jahren tot“, lautet der Klagevorwurf der Organisation.

Die Public Interest Legal Foundation

Die Public Interest Legal Foundation behauptet, dass „eine große Anzahl von nicht teilnahmeberechtigten Ausländern sich zur Abstimmung anmeldet und Stimmzettel abgegeben haben“, obwohl Listen, die sie von solchen vermeintlichen Wählern, bei Gerichten, vorgelegt haben, in Wahrheit aufzeigen, dass sie Verwandte amerikanischer Ureinwohner aufführen, die durchaus wahlberechtigt sind.

Die Gruppe behauptet, dass sowohl Menschen, zu Unrecht, zur Landesliste hinzugefügt, als auch gelöscht wurden. Die konservative juristische Gruppe, die zum harten Kern der Trump Bewegung gehört, wie auch Giuliani, hat falsche Behauptungen über das Ausmaß des Wahlbetrugs in den Vereinigten Staaten aufgestellt.

Auch die Gruppe stellt auf die Twitter den Vorwurf auf, dass es sich bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 um „Election Fraud“, also Wahlbetrug handelt, weil sowohl in Georgia, als auch in Pennsylvania, weitergezählt wurde, obwohl Trump dort lange in Führung lag.

Beweise?

Der Public Interest Legal Foundation fehlt gar ein direkter namentlicher Fall. Oder ein Ort, wo dies geschehen sein soll. Direkte Wahlbeobachter, die Stimmen von Toten als Stimmen anerkannten. Es fehlt eine Anzeige eines Verwandten, Angehörigen oder Zeugen, dass Wahlunterlagen für Verstorbene zugeschickt wurden (die in den USA auf Antrag zugeschickt werden und nicht automatisch wie in Deutschland).

Der kleine Fehler ist auch, dass viele dieser angblichen Wähler 10 oder 20 Jahre tot sein sollen. Die Gerichte könnten die Public Interest Legal Foundation auch fragen, wo sie vor vier Jahren waren, als Trump diese Staaten gewann.

Auch Judical Watch, ein konservativer Jura Think Tank, schürt Behauptungen gegen den Staat Pennsylvania. Judical Watch hatte in früherer Zeit behauptet, Bill Clinton und seine Frau hätten einen Mord in Auftrag gegeben. Weiter hat Judical Watch, im Jahr 2010, eine lange Verleumdungskampagne gegen Nancy Pelosi, aufgrund fehlender Beweise, zurücknehmen müssen.